Wissenswertes



 

 

 

Historische Weinbezeichnungen

Gültwein, Fronwein, Vogtwein, Betwein, Drittelwein, Zehntwein, Bußwein, Würzwein, Rauchwein...

 

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Deutsche Hauptrebsorten
Riesling - Silvaner - Ruländer - Elbling - Spätburgunder - Portugieser - Gutedel  - Lemberger -  Trollinger  Grauburgunder ...
 

Neuzüchtungen  (Nebenrebsorten)
Müller-Thurgau (Riesling/Silvaner) - Kerner (Trollinger/Riesling) - Scheurebe und Bacchus (Silvaner/Riesling) - Morio Muskat (Silvaner/Weißer Burgunder) - Huxelrebe (Gutedel/Courtillier musqué) - Faber  (Weißer Burgunder/Müller-Thurgau)...

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Römische Sprachhistorie: Rebstock und Trauben als Sinnbild des corpus Christi mysticum Brot und Wein (100 Jahre nach Kaiser Probus)

vinum • calcare • vino • flasca • affinata •    canna • lemana

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In vino veritas (Alkäus), griechischer Lyriker von der Insel Lesbos - ca. 600 v.Chr.

Beim Thema Wein sind - zunächst - die griechischen Götter zuständig, so Dionysos (Sohn des Zeus und der Königstochter Semele. Aber auch andere Kulturen stehen dem nicht nach: So bei den Ägyptern Osiris, bei den Juden Noah, die Inder huldigen Siwa, die Perser Dschemschid, die Chaldäer feiern ihren Weingott Xeisuthros, die Chinsesen Poh-Hi-.

Am stärksten dem Wein zugesprochen haben jedoch die Römer. Hundert Jahre nach der Ermordung von Kaiser Probus stand der Weingenuß “in voller Blüte”, wobei zunächst der  Wein aus Griechenland eingeführt werden mußte, später dann, nach erfolgreichem Feldzug über Asterix und Obelix (der Gallier), aus Gallien (schon Plato beschrieb in seinen Schriften die Gallier als weinliebendes Volk - und zeugte Hochachtung.

Im übrigen war bei den Römern das Weintrinken den römischen Frauen streng untersagt !

Sprachlich bis heute durchgesetzt haben sich jedoch die Römer. Wein kommt von vinum, Keltern von calcare (durch Zertreten auspressen), Kanne von canna, Flasche von flasca, Pinte von pinta etc. etc.
 

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Für Weinliebhaber, die schon immer etwas über die Qualität älterer Jahrgänge wissen wollten, mögen die folgenden Angaben für die - schon lange geplante - Revision des eigenen Weinkellers hilfreich sein:

1875 günstige Witterung, gute Ernte - 1877 Herbstfrost, Qualität mäßig - 1879 kalter Sommer, schlechte Ernte - 1880 Kälteschaden, wenig, aber gut - 1886 kalter Winter, dennoch sehr gut, aber wenig Ernte - 1890 sehr gute Ernte, Qualität mittelmäßig - 1893 heiß und trocken, viel Botrytis, ausgezeichneter Jahrgang - 1894 naß, viel Rohfäule, wenig und schlecht - 1897 gut, aber wenig - 1899 viel Traubenkrankheit, wenig und mittlere Qualität - 1902 Maifröste, wenig und mittelmäßig - 1904 heißer Sommer, sehr gut, reichliche Ernte - 1909 regnerischer Sommer, mittlere Qualität - 1911 sehr gutes Wetter, ausgezeichnete Qualität - 1914 Maifröste, geringe Qualität - 1915 trockener, sehr heißer Sommer, sehr gut - 1921 hervorragender Jahrgang, Spitzengewächse - 1926 regnerischer Herbst, Frühjahrsfröste, schlecht - 1932 gut, aber wenig - 1933 ausgezeichneter Jahrgang - 1936 reichliche Ernte, aber weniger gut - 1939 mittelmäßig - 1945 sehr geringe Ernte durch Krieg, Qualität jedoch sehr gut - 1949 vorzüglich, mittlerer Ertrag - 1953 Spitzenjahrgang - 1957 starke Fröste, geringer Ertrag -1959 hervorragender Jahrgang - 1962 wenig, mittelmäßig - 1964 reichlich und ausgezeichnet - 1968 wenig und unbedeutend - 1971 hervorragender Jahrgang, Spitzenweine - 1972 mittlere Ernte, gute Säure, sehr haltbar - 1975 überdurchschnittliche Qualität - 1976 hervorragend - 1977/78/80 mäßiger Jahrgang - 1983/85 hervorragend - 1987 eher mittelmäßig, 1988 gut und überdurchschnittlich, jetzt lagern ...etc. etc.                   

 

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WeinsteinChemie im WeinpH-Wert
Reblaus Salze SäurenSulfite
OzonBalsamicoAlkolhol • etc.

Weinstein


Eigentlich Kaliumhydrogentartrat (KC4H5O6), wird umgangssprachlich (auch) für alle kristallinen Ausscheidungen im Wein ( Calciumtartrat CaC4H406 u.ä.) als Bezeichnung benutzt. Beide chemischen Verbindungen sind Salze der Weinsäure.

Diese kristallinen Ausscheidungen sind Nebenerscheinungen der alkoholischen Gärung. Sie sind meist farblos, aber auch mitunter weiß oder farbig erscheinende Kristalle (oder als feste Kruste erkennbar), die beim Gären des Mostes ausgefällt werden (Übersättigung).

Bei abgefüllten Weinen setzt sich Weinstein in den Flaschen bei niedrigen Temperaturen (s.u.) am Boden ab (Weinsteinausfällung), teilweise auch, sofern die Flaschen nur liegend gelagert wurden, am Innenkorken. Weinsteinausfällungen treten sowohl bei Weiß- als auch bei Rotweinen auf.

Durch die Ausfällungen bauen gute Weine ihre überschüssige Säure ab, so daß sich Weinstein auch (besonders) in qualitativ hochwertigen Weinen findet und dies somit keine Qualitätsminderung darstellt oder gar zur „Reklamation“ berechtigt. Von Unkundigen wird Weinstein z.T. als Zucker mißdeutet, was unrichtig ist.

Durch gebildete Weinsteinausfällung kann der Säuregehalt des Weines um 2-3 g/l gesenkt werden. Die hier beschriebene Weinsteinbildung- und ausfällung ist temperaturabhängig, Differenzierungen sind möglich. Bei Weißweinen beträgt die zeitliche Dauer zur Weinsteinausfällung i.d.R. 3 Tage, bei Rotweinen i.d.R. 8 Tage (temperaturabhängig, s. nachfolgende Faustregel).


Die notwendige Temperatur hierzu wird (Faustregel) wie folgt errechnet:
                    Alkohol g/l : - 20 (minus 20 gleich Divisionsfaktor).
Bei einem Wein mit 100 g/l Alkohol beträgt somit dieAusfällungstemperatur -5° C, denn:
100 g/l : -20 gleich - 5° C

Daß bei Rotweinen Weinsteinausfällungen - nach erstem Anschein - weniger vorkommen, hängt somit schlicht damit zusammen, daß Rotweine i.d.R. vor einer Verkostung nicht (oder nicht ausreichend für die vorstehend beschriebene Reaktion) gekühlt werden bzw. worden sind.

Chemie im Wein


Verschönerungs- und Haltbarkeitsmittel in deutschen Rot- und Weißweinen (gesetzlich erlaubte Zusatzstoffe) - ohne jegliche Pflicht- Deklaration auf dem Flaschenetikett !


„Kost“ - Probe

-Speisegelantine aus dem Tierreich
-Hausenblase (Schwimmblase des Hausen, Stör oder Wels)
-Eieralbumin, Siliziumdioxid, Thiaminium, Dichlorhydrat
-Schwefeldioxid (So2), pektolytische Enzyme
-enzymreiche Zubereitung von Betaglucanase
-Sorbinsäure und Bentonit, Karamell, Kohlendioxid
-Kaliumferrocyanid (wenn der Wein zuviel Eisen enthält) und hellblau (!) ist
-Argon, Stickstoff, Diammoniumphosphat
-Ammoniumphosphat oder –sulfat
-Kaliumtartrat usw. usw. usw.

Insgesamt mehr als 28 (!) chemische Stoffe

Desweiteren kommen hinzu: Die sogenannte „Naßverbesserung“ (ein schon schlechter Most wird noch zusätzlich (!) „verlängert“ (also noch schlechter gemacht) - oder die Zugabe von „Süßreserve“ (also - schlicht  Zucker-„Zugabe“ oder „angereicherter“ Traubenmost).

Wohlgemerkt: Alles „zugelassen“ , aber nicht auf dem Etikett deklarierungspflichtig („freiwillig“ deklarieren Massenhersteller/Abfüller/industrielle „Hersteller“ dies nicht).


Somit ist nicht verwunderlich, daß hier „Freude“ aufkommt. Aber weniger bei den unwissenden (und auch unwissend gelassenen) Weintrinkern, sondern mehr bei den Allergologen und Internisten (dicker Kopf, Brummschädel, diverse sonstige „Unpäßlichkeiten“).

Im übrigen sind solche „Stoffe“ zusätzlich Ursache für Enzymschwäche, schlechte Leberwerte etc., Bauchspeicheldrüsenbelastung, Migräne und Kopfweh sowie ca. 20 weitere „Störungen“. „Eigentlich“ sollte im Lebensmittelbereich das gesetzliche Deklarationsprinzip von „Wahrheit und Klarheit“ gelten (was im übrigen ja in jeder „Frittenbude“ bei Brat-, Curry -Würsten etc. durch „Aushang“ zwingend vorgeschrieben ist und auch kontolliert wird).

Dies wird jedoch bei der Weinbereitung und –herstellung (besonders bei Massen bzw. „Flächenweinen“) unter den „Augen des Gesetzgebers“ nicht eingehalten und gröblichst zum Nachteil des Konsumenten verletzt. Fazit: Gute, renommierte Spitzenerzeuger verzichten auf „derartige Methoden“ !


Zu weiteren „Klärungen“ empfehlen wir Ihnen eine Teilnahme an unseren regelmäßigen Wein-Seminaren. Hier behandeln wir auch „ ähnliche Besonderheiten“ ausländischer Weine und Anbaugebiete.

pH - Wert

Wenn ein Wein „sauer“ schmeckt, sagt dies nichts über die Menge der in ihm enthaltenen Säuren, wohl aber etwas über deren Art aus. Dieser Wein hat dann einen hohen Säuregrad (Azidität). Azidität ist Ausdruck der Konzentration der Wasserstoffionen (pH-Wert). Die pH-Werte von Weinen schwanken zwischen 2,8 und 3,8. Grob läßt sich sagen: Je geringer der pH-Wert eines Weins ist, desto höher ist seine Azidität, desto saurer schmeckt der Wein.

Gute Weingeschäfte sind (sollten) in der Lage sein, auf Nachfrage des Kunden den pH-Wert der angebotenen Weine angeben zu können.

Die Reblaus

1874 tauchte die Reblaus auf dem Annaberg bei Bonn auf. Sie hatte vorher schon in Frankreich und Portugal gewütet. Lateinisch: Phylloxera Vastatrix (Vastatrix: die Verwüsterin). Sie wurde – wahrscheinlich – neben der Blattfallkrankheit und dem Echten Mehltau aus Amerika importiert. Für den deutschen und europäischen Weinbau war dies eine Katastrophe. Nur Chile blieb vom Befall der Reblaus verschont, da die Laus es nicht über die Anden “schaffte”.

Die Klöster

Die Klöster betrachteten den Weinbau im Mittelalter als eine Art Gottesdienst. Die Mönche tranken ihren guten Wein zunächst nicht selber, sondern der Wein war für den Altar, für Besucher, Arme und Kranke vorgesehen. Hier liegt der Ursprung des Spruches: Arm und krank müßte man sein.

Sinnabhängige Analyse des Weines – Positiv/Negativ

Farblos, wässrig, blaß, hellfarbig, hellgelb, grünlich, grünlichgelb, lichtgelb, goldgelb, altgold, bernsteinfarben. Hochfahrig, rahn, fuchsig, braun, schwarz, blaß, hellrot, rubinrot, feurigrot, tiefrot, grantrot, braunrot, braun. Bauernhell, bläulich, blau, blind, trüb.

Wolkig, flockig, milchig, hefig. Beweglich, normal, schwer, dick, ölig. Dünn, zäh, lang, schleimig. Schlierton, Nase, Kirchenfenster. Still, moussierend. Duft, Blume, Bukett, Aroma. Flüchtig, zart, duftig, edel, fein, blumig, weinig, fruchtig, würzig, stark, schwer.

Einseitig, plump, aufdringlich. Trocken, halbtrocken, lieblich, Restsüße. Reif, edel, aufdringlich, vordergründig, pappig. Weich, fade, mild, harmonisch, rassig, fest, stahlig, metallisch, spitz, hart, bissig, sauer. Art, Charakter, charakterlos, ohne Art, nett, gefällig, gediegen, ehrlich, zart, fein, süffig, elegant, mild, glatt, rund, voll, stoffig,
herzhaft, kernig, nervig.

Körper, extraktreich, vollmundig, wuchtig, mächtig, groß. Leer, dünn, arm, flach, kurz, leicht, mastig, dick, plump, fett, ölig. Ausgeglichen, lebendig, prickelnd, schäumend, scharf, gestört. Grasig, grün, unreif, bitzelig, brennend, stechend. Reif, edel.

Salze

Traditionelles, naturbelassenes, handgeschöpftes Meersalz - auch „Weißes Gold“ genannt - enthält ca. 80 Mineralien. Es ist reich an natürlichem Magnesium und Jod. Wie vor 2000 Jahren wird dieses hochwertige Salz in Salzgärten ausschließlich durch Verdunstung gewonnen und von Hand geerntet bzw. „geschöpft“.


Flor de Sal
Wie der „First Flush“ beim Tee stammt diese besondere Auslese des Flor de Sal aus der ersten Ernte des Jahres. Um die zarten, blättrigen Kristalle zu erhalten, wird FlosSalis noch in der Saline schonend in exklusiv gefertigte Gefäße abgefüllt. Ein Fingerschälchen FlosSalis hat ein reiches Mineralienbouquet und zergeht wie Schnee auf der Zunge - feiner kann man nicht würzen !

Die ersten kleinen Kristalle, die sich auf der Oberfläche der Sole bilden, werden bei günstiger Witterung täglich behutsam abgeschöpft und in der Sonne getrocknet. Sie sind "a flor de sal", die Blüte des Salzes, als feinstes Tafelsalz auch unter dem französischen Begriff "Fleur de Sei" bekannt und für den Kochtopf viel zu schade !

Der Jahresertrag ist stark witterungsabhängig und liegt weit unter dem von „Sal Tradicional“. Von Spitzenköchen wie Feinschmeckern hoch geschätzt, findet Flor de Sal zum Würzen nicht gekochter Speisen oder als feinstes Tafelsalz Verwendung. Es läßt sich zwischen den Fingern zerreiben. Der geschmackliche Unterschied zu mit herkömmlichem bzw. mit „normalem“ Salz gewürzten Speisen ist frappant.


Sal Tradicional
Alle 10 bis 14 Tage werden die Salzkristalle in tratitioneller Weise von Hand mit hölzernen Rechen aus den Salzpfannen geschoben. Das so gewonnene Meersalz wird an der Sonne getrocknet. Sal Tradicional kommt vermahlen und unvermahlen in den Handel. Es eignet sich bestens zum Würzen aller gekochten Speisen in der anspruchsvollen Küche. Auch als Tafelsalz kann es verwendet werden. Es enthält eine erhebliche Menge an Flor de Sal, zum Mahlen benutzt man am besten einen Holzmörser.


Sal do Mar
Diese Qualität wird am Ende der Saison mit Hilfe einer manuell geführten Klinge oder per Minilader geerntet. Da die Salzkristalle dann eine kompaktere Struktur aufweisen, kommt es meist vermahlen in den Handel und ist in Wasser etwas schwerer löslich. Sonnengetrocknet und frei von Additiven empfiehlt sich Sal do Mar für's Kochwasser ebenso wie für Salzkrusten und das Einsalzen von Fleisch und Schinken. Wer 25 Kilogramm davon in der Speisekammer hat, wird leichten Herzens eine Handvoll jedem Kochwasser für Pasta oder Kartoffeln zugeben und um weitere Einsatzgebiete nicht verlegen sein.
Sal do Mar eignet sich auch als Badesalz.


Sale di Mothya
Das Salz aus dieser an der Westspitze Siziliens gelegenen Saline gilt als das feinste italienische Meersalz. Es entsteht einzig und allein durch Verdampfen des Meerwassers, und die Herstellung ist reine Handarbeit. Dies ist ein feines, großkörniges, hochwertiges, „pure“ Natur beinhaltendes Salz.

Säuren

Natürlicherweise kommen in einem Wein Milch-, Wein- und Äpfelsäure vor (sind in den Trauben enthalten). Essigsäure wird in kleinen Mengen später bei der Gärung gebildet. Die Essigsäure sollte (geschmacklich) nicht erkennbar sein. Ist diese erkennbar (nach Essig schmecken oder riechen), ist der Wein verdorben oder minderwertig.

Die Höchstgrenze an Essigsäure liegt bei Weißweinen bei 0,8 g/l und bei Rotweinen bei 1,2 g/l. Die Essigsäure bezeichnet man auch als „flüchtige“ Säure. Die anderen obigen Säuren bezeichnet man hingegen als „nicht-flüchtige“ Säuren . Diese „nicht-flüchtigen“ Säuren ergeben zusammen die Gesamtsäure oder „tritierbare“ Säure.

Die „tritierbare“ Säure sollte je nach Rebsorte, Lage, Reifegrad und Jahrgang zwischen ca. 6 und 12 g/l liegen, in geringen Jahren etwa bei 9-14 g/l. Je niedriger die Säure, desto milder, je höher, desto herber (saurer) ist der Wein.


Während der Gärung kommt es zu einem Säureabbau. Weist ein Wein jedoch eine zu hohe Säure auf (eigentlich an der Grenze zur Ungenießbarkeit), so läßt der Gesetzgeber hier eine „Entsäuerung“ zu (?). Dies kann geschehen entweder durch Kalkkontakt oder durch einen biologischen Säureabbau , auch als 2. Gärung oder Malolaktische oder als Nachgärung bezeichnet, bei der die Äpfelsäure in die mildere Milchsäure unter Freisetzung von Kohlensäure (erkennbar durch leichtes moussieren) umgewandelt wird, wodurch sich der Gesamtsäuregehalt reduziert.

Sulfite

Sulfite kommen als natürlicher Bestandteil (in minimalen Mengen) in vielen Früchten vor. So auch in Reben. Es gibt keinen Wein, in dem dieser natürliche Anteil an Sulfite nicht enthalten ist. Problematisch ist m.E., daß auf Weinen „Enthält Sulfite“ steht, aber nichts über die Menge (mg/l) angegeben ist.

Fazit: Augenwischerei. Diese „Nichtangabe“ ist ein „Kniefall“ vor der industriellen-Massenwein Lobby !


Sulfite sind Salze von schwefliger Säure (H2SO3). H2SO3 ist eine flüssige Lösung, die manche Winzer (Massenherstellung, Supermarktweine) als Konservierungmittel einsetzen. Dadurch entstehen Sulfite, die den Wein (minderwertige Qualitäten, bei denen natürliche Sulfite fehlen) haltbar machen sollen (müßte nach Meinung des Patrons verboten werden oder der mg-Anteil pro Liter angegeben sein !). H2SO3 kann auch zerfallen in Wasser und SO2 (Schwefeldioxyd).

Dies ist gesundheitlich - sehr - bedenklich !

Wenn auf der Flasche: „Enthält Sulfite“ steht, ist entscheidend, wieviel mg pro Liter das sind (steht nicht auf der Flasche !). Bei Weißweinen sind ca. 80 mg pro Liter die (absolute) Grenze, bei Rotweinen ca. 110 mg pro Liter.

Bei höheren Anteilen verursacht dies Kopfschmerzen und weitere gesundheitliche Probleme. Gute Winzer verzichten auf derartige Methoden der Haltbarmachung. Und wenn, dann nur im unteren mg-Bereich (s.o.).

Beim Kauf eines Weines ist also zu fragen, wie hoch in mg pro Liter der Sulfitanteil ist.

Ozon, eine Alternative zu Sulfit (Sulfite) ?

Zunächst: Tafeltrauben und Keltertrauben sind unterschiedlich. Man stellt nur aus Keltertrauben Wein her: Gattung: Vitis, Art: Vinifera cinerea. Generell Trauben mit Ozon zu behandeln, ist theoretisch möglich, aber Ozon ist für Menschen giftig (toxisch). Mit Ozon erhält man keine Sulfite, die einen Wein haltbar machen, sondern Oxyde.

Unglaublich, aber wahr: Wein-Ozonbehandlung wird praktiziert !?

Ozon (also 03) ist ein Gas. Dieses Gas ist ein Oxydationsmittel, bewirkt in der Regel eine Haltbarmachung. O3 als Gas verfällt sofort in Sauerstoff O2 und in O (Sauerstoffradikal). Dadurch werden die Verbindungen oxidiert (ist für Menschen schon in geringen Dosen giftig, d.h. toxisch).

Ozon wird hauptsächlich in der Wasseraufbereitung verwendet. Woanders haben diese Stoffe nach Ansichts des Patrons nichts zu suchen. Schon gar nicht in der Weinherstellung, was aber – traurigerweise – praktiziert wird (s.o.).

Balsamico

Balsamico ist eine Spezialität der Region Modena (Emilia Romagna). Balsamico ist ein Würzessig. Das Ausgangsprodukt ist eingekochter, konzentrierter, süßer Traubenmost. Der geklärte Most wird durch Zucker- und Essigsäuregärung zu Essig.

Das Geheimnis des Balsamico liegt in seiner intensiven Würze. Diese Würze erhält er durch das konzentrierte Ausgangsprodukt und durch den Ausbau in Holzfässern. Je länger eine Partie im Holz ausgebaut wird, desto komplexer, dichter, würziger und süßer ist diese. Zudem sinkt der Säuregehalt mit zunehmender Reifung.

Produkte, die noch mindestens 6% Säure haben, sind Essige (Aceto Balsamico). Produkte, deren Säuregehalt geringer ist, sind Würzessenzen (Condimento Balsamico). Balsamicos weisen i.d.R. eine Reifezeit von unter 12 Jahren auf. Diese Balsamicos werden aus eingedicktem Traubenmost und aus Weinessig hergestellt. Sie werden in Holzfässern bis zu 500 Litern ausgebaut. Daneben gibt es den lange gelagerten (über 12 Jahre) ganz hochwertigen (und teureren) Balsamici Tradizionale.

Dieser „Tradizionale“ wird über viele Jahre in Fassbatterien ausgebaut. Eine Fassbatterie besteht aus sechs oder sieben kleinen Fässern aus unterschiedlichen Hölzern (Kastanie, Eiche, Kirsche und andere Obstsorten sowie Wacholder, Maulbeere).


Im Laufe der Jahre wird der Balsamico von einem Faß in das nächste umgefüllt. Er durchläuft somit in den vielen Jahren die ganze Kette der kleinen Fässer. In dieser Zeit zieht er aus jedem Holz andere Würzaromen, und er dickt im Laufe der Jahre ein.

Ein alter Balsamico ist (unverwechselbar) ölig und süß (es gibt Produkte, die über 100 Jahre alt sind). Der größte Teil der ursprünglichen Masse ist im Laufe der Jahre verdunstet, pro Jahr etwa 10%.

Das erste Faß, in dem der Balsamico altert, hat ca. um die 100 Liter, das letzte Faß hat noch etwa 15 Liter. Wenn die Masse lange genug gereift ist, werden aus dem letzten Fäßchen (von ca. 15 Liter) etwa 3 Liter abgezogen und abgefüllt. Was dann noch fehlt, wird aus dem nächstgrößeren Fässchen nachgeschüttet. Und so weiter, bis die gesamten sechs oder sieben Fäßchen durchlaufen sind (s.u.).


Dieser Prozeß wird, je nach angestrebter Qualität, jährlich oder in noch längeren Zeitabständen durchgeführt.  Damit ist offensichtlich, daß ein richtig alter und guter Balsamico neben einer herausragenden Qualität auch seinen Preis hat (haben muß).


Produktionsverfahren (Kurzform)
Kelterung des Mostes aus Trebbiano und Spergola. Nach Enrfernen der Schalen bleiben von 100 kg 70 L frischer Weinmost.

Zucker zu Anfang des Vorgangs: 16-18 Babo. Der Most wird langsam in Kesseln eingekocht. Zucker zu Ende des Vorganges bei 30 L eingekochtem Weinmost: 30-40 Babo. Jetzt erfolgt Abkühlung und Klärung im Glasballon. Durch Zusatz von ausgewähltem Essig beginnt Alkohol- und Essigsäuregärung.


Nach mind. 12 Jahren Lagerung beginnt die Entnahme. Erfolgter Verlust durch Verdunstung: Jährlich etwa 10% der Masse.

Die unterschiedlichen Holzarten vom Anfang bis zum Ende des Vorganges sind:  Kastanienholz 100 L, Eichenholz 60 L, Kastanienholz 45 L, Kirschholz 30 L, Wacholderholz 20 L, Maulbeerholz 15 L. Der Ertrag liegt somit bei vorgeschiebenen höchstens 20% des letzten Fasses= 3 L., d.h. 6 Fläschchen mit je 0,5 L Inhalt.

Ist Alkohol gesund ?

Die schlechte Nachricht vorweg - Alkohol hemmt die Fettverdauung. Das Verdauungsschnäpschen tut seinem Namen also keine Ehre. Besser wäre es, weniger fettreich zu essen.

Der aufgenommene Alkohol gelangt über das Blut in die Leber und wird dort durch das Enzym Alkohol-Dehydrogenase abgebaut. Ab 0,45 Promille ist der Körper nicht mehr in der Lage, den Organen, vor allem dem Gehirn und den Muskelzellen, Glucose zur Verfügung zu stellen, da die Glucosespeicher in der Leber geschlossen bleiben.


In leichten Fällen führt dies zu Kopfschmerzen und Gereiztheit, in extremen zu Bewusstlosigkeit und Koma. Aber die gute Nachricht folgt:


Moderat konsumierter Alkohol erhöht nach Statistiken tatsächlich die Lebenserwartung. In den 20er Jahren fiel Pathologen auf, dass Blutgefäße von Alkoholikern, die an Leberzirrhose verstorben waren, auffallend saubere Innenwände aufwiesen.

Zwischenzeitlich ließ sich dieser positive Einfluss auf die Blutgefäße durch eine Vielzahl von Studien belegen. Alkohol erhöht die Werte für HDL-Cholesterin, so dass sich weniger LDL-Cholesterin an den Gefäßwänden ablagert. Durch Aggregationshemmung und gesteigerte fibrinolytische Aktivität wirkt Alkohol zudem gerinnungshemmend. Darüber hinaus senkt Alkohol den Lipoprotein-Blutspiegel.

Im New England Journal of Medicine veröffentlichten Forscher, dass Abstinenzler im Vergleich zu moderaten Genießern ein um zwanzig Prozent höheres Sterberisiko aufwiesen. Welche Alkoholmenge als risikoarm einzustufen ist, ist umstritten. Die Weltgesundheitsorganisation WHO legt die Obergrenze bei 30 Gramm täglich für Männer und 20 Gramm für Frauen fest, während die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen diese Werte als zu hoch erachtet.

In der Fachdiskussion sind 10 bis 12 Gramm für Frauen und 20 bis 24 Gramm für Männer bei täglichem Konsum als risikoarm einzustufen. 20 Gramm Alkohol entsprechen etwa einem halben Liter Bier, einem Viertel Liter Wein oder 60 Milliliter Spirituosen. Diese Werte gelten selbstverständlich nur für gesunde Erwachsene.

 

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